Im Zuge des „Internet der Dinge“ entstehen heutzutage immer mehr Anwendungsbereiche für intelligente, vernetzte und eingebettete Computersysteme, sogenannte „Smart Devices“. Die schwierige Aufgabe dieser Systeme besteht darin zwei sehr unterschiedliche Domänen (eingebetteter Bereich und Konnektivität) mit jeweils ganz eigenen Anforderungen, Konzepten und Paradigmen der Implementierung, miteinander zu verbinden.

Während sich auf Seiten der Konnektivität in den vergangenen Jahren viele Designideen, Programmiersprachen, Frameworks und Standards (weiter-)entwickelt und etabliert haben, ist der Fortschritt im hardwarenahen Entwicklungsbereich langsamer vorangeschritten – C gilt hier nach wie vor als Industriestandard. Doch insbesondere aus Sicht der Softwaretechnik mangelt es C an Eigenschaften und Qualitäten, die während der Produktentwicklung sowie bei der anschließenden Produktpflege wichtig sind. Beispiele hierfür sind die einfache Beschreibung von reaktivem Verhalten, die Definition von Zeitanforderungen, die Unterstützung für den Entwurf von komplexen Systemen oder die Verständlichkeit und Wartbarkeit des Programmcodes.

terber_ceu Am Fallbeispiel der Hochsprache Céu untersucht Doktorand Matthias Terber im Rahmen seiner Promotion, in wie weit das synchron-reaktive Programmierparadigma diese fehlenden Softwarequalitäten von C adressiert und dadurch gegebenenfalls eine geeignete(rere) Alternative für die Implementierung von eingebetteten Systemen darstellt.

In Kooperation mit der Abteilung „Web Interfaces and Apps“ der Bosch Thermotechnik GmbH, einem der führenden Anbieter von Lösungen für Raumklima und Warmwasserkomfort, wird als konkretes Smart Device ein Heizungsgateway zur Fernüberwachung und Fernparametrierung von Heizungsanlagen betrachtet. Die wissenschaftliche Betreuung der Promotion erfolgt durch Prof. Kowalewski von der RWTH in Aachen sowie durch das Institut für Technik und Informatik der THM in Gießen. Matthias Terber unterrichtet hier seit 2013 die „Einführung in eingebettete Systeme“ im Bachelorstudiengang Ingenieur-Informatik.