Anwendungsgebiet/Einsatzgebiet der Modalität

Bei einer Ultraschalluntersuchung kommen keine Strahlen zum Einsatz, weder ionisierende Strahlen wie in den röntgentechnischen Untersuchungen noch nicht ionisierende Strahlen wie bei einer Magnetresonanztomographie. Das Prinzip des Ultraschalls basiert auf Schallwellen, ähnlich wie sie eine Fledermaus bei der Ortung verwendet. Daher muss vor jeder bildgebenden diagnostischen Untersuchung sorgfältig geprüft werden, ob eine Ultraschalluntersuchung ausreichend ist, bevor auf Strahlung basierende Verfahren eingesetzt werden. Mittels Ultraschall können zweidimensionale Schnittbilder aber auch räumliche Bilder dargestellt werden. Es können auch funktionelle Untersuchungen wie zum Beispiel die Charakterisierung des Blutflusses vorgenommen werden. Da lufthaltige Organe und Knochen schlechte Reflexionseigenschaften bei Schallwellen besitzen, ist dieses Verfahren vor allem im Bauchbereich gut geeignet. Allerdings hat dieses Verfahren auch eine begrenzte Eindringtiefe der Schallwellen. Daher kann der Ultraschall bei adipösen (fettleibigen) Patienten an seine Grenzen stoßen, so dass auf andere diagnostische Verfahren zurückgegriffen werden muss. Die Bildauflösung im Ultraschall ist allerdings nicht so gut wie bei den auf Strahlung beruhenden Diagnoseverfahren, das heißt sehr kleine Strukturen können nicht und Gewebsabgrenzungen mitunter schlecht dargestellt werden. Insgesamt wirken die Bilder sehr verrauscht. Die Hauptanwendungsgebiete des Ultraschalls liegen neben den Organen im Bauchbereich in der Schwangerenvorsorge, bei der Schilddrüse, bei Brustuntersuchungen, Gefäß- und Herzuntersuchungen. Die Strahlenschutzkommission (SSK) empfiehlt bei folgenden Krankheitsbildern bzw. Verdachtsfällen die Ultraschalluntersuchung als primäre Untersuchungsart [1]:

  • Transitorische ischämische Attacke (Durchblutungsstörung des Gehirns):  Verengung- oder Verschlussnachweis der Gefäße
  • Schilddrüsenknoten und –vergrößerungen
  • Schilddrüsenfehlfunktion
  • Hyperparathyreoidismus (Funktionsstörung der Nebenschilddrüse)
  • Strömungsgeräusche der Halsschlagader
  • Raumforderungen unbekannten Ursprungs oder in den Speicheldrüsen, oder Obstruktion (Verengung/Verstopfung) der Speicheldrüsen
  • Aufzeigen einer Synovitis (Entzündung der Gelenkschleimhaut der Gelenkkapsel)
  • Schmerzen im Schultergelenk
  • Verletzung, Erguss der Rotatorenmanschette (am Schultergelenk befindliche Muskeln mit Sehnen)
  • Vor chirurgischem Eingriff bei Riss der Rotatorenmanschette
  • Hypertonie (Bluthochdruck) hervorgerufen durch Nierenparenchymschaden (Parenchym: Nierengewebe)
  • Untersuchung der größeren Gefäße
  • Pleuraerguss  (Flüssigkeitsansammlung  im Brustkorb)
  • uncharakteristische Verdauungsstörungen
  • diverse Untersuchungen des Magen-Darm-Traktes und Organe im Bauchbereich, darunter auch diverse Verletzungen und Nachweis von Metastasen und Tumore
  • Harnwegsinfekte
  • Prostataerkrankungen
  • Bei den meisten gynäkologischen und urologischen Erkrankungen und Geburtshilfe
  • Untersuchungen der Mamma (Brust)
  • Weichteilverletzungen mit Fremdkörpern
  • Brustbeinfraktur
  • u.v.m.

Technischer Aufbau und Funktionsweise der Modalität

Roentgen-Modalitaeten-UltraschallAbbildung 1: Schematische Darstellung eines Ultraschallgerätes. [2]

Ein Ultraschallgerät verfügt meist über mehrere Schallköpfe (1), die in ihrer Form den jeweiligen diagnostischen Fragestellungen angepasst sind. Der benötigte Schallkopf wird an eine Bedienkonsole mit Monitor (6) angeschlossen. Der Arzt kann über die Bedieneinheit die benötigten Einstellungen wie zum Beispiel die Frequenz für die Untersuchung vornehmen. Dabei kommen Ultraschallfrequenzen von etwa 1 bis 50 Megahertz (MHz) zum Einsatz. Die vom Schallkopf (1) ausgesandten Schallwellen werden vom Körper reflektiert und das reflektierte Signal (Echo) wird mit dem Schallkopf auch wieder gemessen. Die Stärke des Echos ist abhängig von der Gewebeart und die Dauer die das Signal benötigt um wieder vom Schallkopf empfangen zu werden, gibt Aufschluss über die Tiefe in der das Gewebe liegt. So kann zum Beispiel ein im Gewebe (4) befindliches Organ (5) dargestellt werden. Da zwischen Luft und Hautoberfläche sehr starke Reflexionen entstehen, die die Messung stark beeinträchtigen, wird auf die Haut (3) ein Gel (2) aufgetragen um einen besseren Kontakt zwischen Haut und Schallkopf (1) herzustellen. Das gemessene Bild wird in Echtzeit am Monitor dargestellt so dass auch eine funktionelle Darstellung (zum Beispiel Bewegungen des Fötus im Mutterleib) möglich ist. Mit der Bedieneinheit (6) kann auch die Größe von Strukturen ausgemessen werden.  

Ablauf der Untersuchung

Nach der Anamnese (Befragung der Krankheitsvorgeschichte) fordert der Arzt den Patienten auf, die zu untersuchende Körperregion von Kleidungsstücken zu befreien. Der Arzt bringt ein farbloses Gel auf der Haut auf, setzt den Ultraschallkopf an und bewegt ihn in einige Richtungen um das Gel besser verteilen zu können und um die zu untersuchende Stelle im Körper zu finden. Gleichzeitig verfolgt der Arzt das Bild am Monitor und kann bestimmte Regionen markieren und ausmessen. Sofern es die Positionierung des Patienten zulässt, kann dieser die Bilder am Monitor mit betrachten. Nach der Untersuchung kann der Patient das Gel mit einem Papiertuch entfernen und sich gegebenenfalls wieder anziehen. Die Untersuchung dauert meist nur einige Minuten.

Strahlenbelastung / Strahlenschutz

Da bei dieser Untersuchungsmethode keine Strahlung eingesetzt wird, gibt es auch keine Strahlenbelastung des Patienten. Sie ist, wenn möglich, den anderen Untersuchungsarten vorzuziehen. Bei sachgemäßer Handhabung des Ultraschallgerätes durch den Arzt ist diese Untersuchung sicher.

[1] http://www.ssk.de/SharedDocs/Beratungsergebnisse_PDF/2008/Orientierungshilfe.pdf?__blob=publicationFile
[2] eigene Darstellung