Mit der Brachytherapie können höhere Dosen (im Vergleich zu Teletherapie) im Tumor deponiert werden, während gleichzeitig das umliegende Gewebe geschont wird. Dafür werden kleine Strahlenquellen (radioaktive Stoffe) direkt an oder in den Tumor gebracht. Diese Therapie ist vor allem für kleine und gut lokalisierbare Tumoren zu bevorzugen. Zwei Verfahren der Brachtytherapie sind das Afterloading-Verfahren und die Seed-Applikation.

Afterloading-Verfahren

Während des Afterloading-Verfahrens werden Applikatoren (Hohlnadeln oder Katheter) in die Tumorregion gebracht und durch Schläuche mit dem Afterloading-Gerät verbunden. Die Strahlungsquellen werden durch die Schläuche in den Applikator gefahren, verbleiben dort für eine definierte Zeit und werden nach der Behandlung wieder entnommen. So wird das gesamte Tumorgewebe nach einem vorab erstellten Bestrahlungsplan automatisch abgefahren. Typische Strahlungsquellen sind Cobalt (60Co), Cäsium (137Cs) und Iridium (192Ir).

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Seed-Applikation

Bei diesem Verfahren (auch „Spickung“ genannt) werden sogenannte Seeds (engl. für Samen) in die Prostata eingesetzt und verbleiben dort dauerhaft. Dieses Verfahren ist eine besonders schonende Form der Strahlentherapie. Die Seeds werden mit Hilfe von speziellen Hohlnadeln in das Tumorgewebe gebracht. Die Position der Seeds wird während der Behandlung durch Ultraschallbildgebung überprüft. Die implantierten Seeds beinhalten radioaktive Substanzen die im Tumorgewebe langsam zerfallen. Beim radioaktiven Zerfall der verwendeten Radionuklide entsteht Strahlung, die nur lokal im Tumorgewebe um den Seed wirkt. Während einer Prostataspickung werden 40-200 Seeds implantiert. Typische Radionuklide für die Seed-Applikation sind Jod (125I) und Palladium (103Pd).

[1] eigene Darstellung